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Bild-Komposition
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Anvisieren, Auslöser drücken und fertig ist das perfekte Bild – mehr oder weniger. Kameras mit Programmautomatik errechnen optimale Blendenwerte und Verschlusszeiten in Sekundenschnelle und ersparen Ihnen so hochkomplizierte Kalkulationen
 

Die Wahl des Bildausschnitts obliegt jedoch immer dem Fotografen.

Kreativität und Können sind gefragt, wenn ein aussergewöhnliches Porträt oder eine grandiose Landschaft auch auf dem Foto die Aufmerksamkeit des Betrachters wecken sollen. Es ist also wichtig, neben dem eigentlichen Hauptmotiv immer auch den Hintergrund, den Aufnahmewinkel und zusätzliche Nebenmotive im Blick zu haben, um interessante Bildkompositionen entstehen zu lassen.

Wie das Auge über ein Foto wandert, wohin der Blick des Betrachters zuerst fällt – das lässt sich gezielt durch Komposition und Aufbau des Bildes lenken.

Wichtig: Bevor der Auslöser betätigt wird, sollte das Bild also zunächst im Kopf existieren:

Welche Farben dominieren? Welcher Bildausschnitt wirkt am interessantesten?
Welcher Aufnahmestandort ist geeignet? Woher kommt das Licht, wo sind Schatten?

All diese Vorüberlegungen haben neben dem Motiv einen grossen Einfluss auf die Gesamtkomposition.

Tipps für die Komposition Ihrer Aufnahmen

In Bildgestaltungsbüchern heisst es oft, dass das Auge des Betrachters eine Bildfläche immer von der linken oberen Bildecke nach rechts unten hin "abliest". Doch Versuche mit Augenkameras scheinen das zu widerlegen: Der Betrachter eines Bildes schaut zuerst auf den Gegenstand, der ihm am meisten ins Auge sticht. Dann sucht er das Bild nach weiteren interessanten Details ab.



Farben haben auf den Betrachter unterschiedliche Wirkungen: Es lohnt sich, bei Aufnahmen gezielt mit zwei bis vier Farben zu arbeiten - denn das Auge liebt die Ordnung. Zum Beispiel sind so genannte komplementäre Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, für plakative Bilder besonders reizvoll.

Ausdrucksstark sind auch einzelne Farben, denn jede Farbe verleiht dem Bild einen eigenen Charakter. Kühle Blautöne vermitteln Weite, Ruhe, Frieden und strahlen Harmonie aus.
Rot hat Signalwirkung und zieht das Auge stark an. Es ist als Dominante ideal. Doch aufgepasst: es kann auch als störende Farbe im Hintergrund empfunden werden. Das Rot der Flagge dominiert das Bild eindeutig.

Grün ist fast allgegenwärtig. Achten Sie aber zum Beispiel bei Naturfotos auf die verschiedenen Farbnuancen. Oft gibt es in der Natur nämlich verschiedene Grüntöne. Das Licht ist entscheidend und muss im Auge behalten werden.

Linien und Formen schaffen Dynamik oder strahlen Ruhe aus. Hier wirken sowohl die Farben als auch die Linien, die in unterschiedliche Richtungen verlaufen.

Je näher man an ein Objekt herangeht, umso kleiner wirkt der Hintergrund. Bestimmen Sie zuerst einen geeigneten Standort, um zwischen nahen und fernen Objekten geeignete Grössenverhältnisse herzustellen und legen Sie dann den Bildausschnitt mit Hilfe der Zoom-Funktion fest.
Jede Aufnahme sollte ein "Hauptmotiv" enthalten. Ein solcher Blickfang sollte sorgfältig gewählt werden, denn er entscheidet, wie der Blick des Betrachters geleitet wird und ob ihn das Bild anspricht. Dabei sollte man wissen, dass übliche Formen schneller erfasst werden als ungewohnte. Und je enger Gegenstände beieinander liegen, desto mehr scheinen sie zusammenzugehören. Das gilt auch für Gegenstände, die durch Linien optisch verbunden sind.
Bei vielen Fotos wird neben dem Hauptelement noch mit einem Nebenelement gearbeitet. Der Betrachter des Wüstenbildes entscheidet selber, ob für ihn die Dünen oder die Karawane das Hauptmotiv darstellen. Um nicht ein drittes Bildelement zu zeigen, wurde bei dieser Aufnahme bewusst auf das Abbilden des Horizonts verzichtet.
Achten Sie darauf, dass Sie keine störenden Nebenelemente übersehen: Bei einer schönen Nahaufnahme einer Blume würde ein Zigarettenstummel im Gras das Bild verschlechtern. Besonders unangenehm kann zum Beispiel auch ein roter Gegenstand im Hintergrund sein: Rot wirkt dominant.
Viele Bildgestaltungsregeln wurden aus der Malerei übernommen. So ist es auch mit dem "Goldenen Schnitt". Damit soll das aufgenommene Motiv harmonisch gestaltet werden. Die Faustregel für unser Beispiel: Der Himmel macht etwa 2/3 des Bildes aus, das Wasser zirka 1/3.
Das Hauptmotiv wird oft in der Bildmitte platziert. Versuchen Sie einmal ein asymetrisches Bild. Der Sonnenuntergang wirkt somit spannender, weil die Sonne und das Schiff am Rand und der Horizont nicht in der Mitte platziert wurden.
Wir wünschen viel Spass und viel Fotoglück.
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