Ist der Eiffelturm mehr breit als
hoch? Eben. Warum nur fotografieren trotzdem die meisten Menschen
den grössten Teil ihrer Bilder im Querformat?
Weil's bequemer ist?
Versuchen Sie einmal übungshalber durch den Kamerasucher
die Welt im Quer- und im Hochformat zu betrachten. Einen Baum
zum Beispiel. Oder einen Kirchturm. Merken Sie den Unterschied
Der Baum wirkt im Verhältnis zum Bauernhof
noch grösser.
Es gibt viele Motive,
für die das Hochformat geeigneter ist. Sie müssen nur
die Kamerahaltung etwas üben und darauf achten, dass nicht
der Tragriemen dem Objektiv in die Quere kommt. Und dass Sie nicht
mit den Fingern das Infrarot-Auge (den Distanzmesser, der meist
neben dem Objektiv ist) verdecken.
Tipps: Formatwahl
Bilden Sie mit Daumen und Zeigfingern
ein Rechteck (= Filmformat) und prüfen Sie durch diesen „Sucher“
das Motiv: Wirkt es besser im Quer- oder im Hochformat?
Achten Sie bei Hochformataufnahmen
auf die richtige Kamerahaltung (genau senkrechte und vertikale Vergleichslinien
im Sucher beachten, ohne mit den Fingern wichtige Elemente an der
Kamerafront zu verdecken).
«Stürzende» Linien
(perspektivische Verzerrung) bei Architekturaufnahmen lassen sich
vermeiden, wenn Sie auf genügende Distanz gehen (Teleobjektiv
verwenden), einen erhöhten Standort wählen (z. B. Dachterrasse
eines Hauses) und darauf achten, dass die Filmebene (= Kamerarückwand)
genau parallel zum Gebäude verläuft.
Gutes
Beispiel für räumliche Tiefe einer Architektur-Aufnahme.
«Stürzende» Linien
können aber auch bewusst eingesetzt werden, um einem hohen
Gebäude mehr Dynamik zu verleihen: Gehen Sie nahe heran, fotografieren
Sie von unten.
Stürzende
Linien sind bei Architektur-Aufnahmen manchmal kaum zu vermeiden.
Gerade bei Architektur-Aufnahmen sollten
Sie immer beide Formate prüfen. Oft lässt sich die Bildwirkung
verbessern.
Beim Fotografieren von Gebäuden ist es einem
oft nicht möglich, das ganze Haus im Bild zu erfassen. Denn
der Standort kann nicht so gewählt werden, dass das ganze Haus
ideal ins Bild passt. Manchmal ist deshalb der Kauf einer Postkarte
die bessere Lösung als ein ungenügendes Foto. Wenn Sie
das Gebäude aber trotzdem fotografieren wollen, beschränken
Sie sich auf Detailaufnahmen.
Machen Sie im Zweifelsfall je eine Aufnahme
im Hoch- und eine im Querformat.